88 Die Vorgehensweise von Arendt unterscheidet sich von der von Friedrich. Zeitschrift für Literatur. II. Diese biologische Rassenhygiene wurde im „Dritten Reich“ populär und grenzte Menschen wie Juden, Sinti und Roma, Asoziale, Homosexuelle und Behinderte aus der Gesellschaft aus… Sie schließen andere Deutungsmuster rigoros aus und wollen erklären, was wird, was entsteht und vergeht. [7] Dies ist aber eine grausame Folge und auch Konsequenz der totalen Herrschaft. Dabei ist wichtig, sich darüber klar zu werden, daß es sich nicht darum handeln kann, das spezifisch Unerhörte durch beliebige Parallelen mit der Vergangenheit wegzuerklären oder auf jenen Aspekten totalitärer Herrschaft, die sie mit anderen Gewaltherrschaften teilt und die in ihren Anfangsstadien deutlich in Erscheinung treten, zu bestehen; sondern im Gegenteil zu versuchen, das wesentlich Neue, das nämlich, was diese Herrschaft wirklich zu einer totalen Beherrschung macht, in den Blick zu bekommen. „Terror“ im Verständnis von Hannah Arendt bedeutet eine von Handlungen und Überzeugung der zu Unterdrückenden unabhängige Gewaltpraxis ausgehend von den Sonderexekutivapparaten des jeweiligen Regimes. Sie selbst wollte nicht für die Menschen aller Zeiten sprechen,[1] sondern sie war bemüht, sich mit politischer Theorie auf der Grundlage der Entwicklungen ihrer Zeit zu beschäftigen. Diese Präparierung leistet in der totalitären Herrschaft die Ideologie. Die große Anziehungskraft, die das dem Terror entsprechende, sich selbst zwingende Denken auf moderne Menschen ausübt, liegt in seiner Emanzipation von Wirlichkeit und Erfahrung. Es emanzipiert sich also von der Wirklichkeit, so wie sie uns in unseren fünf Sinnen gegeben ist, und besteht ihr gegenüber auf einer „eigentlicheren“ Realität, die sich hinter diesem Gegebenen verberge, es aus dem Verborgenen beherrsche, und die wahrzunehmen wir einen sechsten Sinn benötigen. Arendt: Elemente und Ursprünge, letztes Kapitel „Ideologie und Terror: Eine neue Staatsform“, S. 724-752 und vgl. In einem aktuellen Thesenpapier plädieren Vertreter transatlantischer Positionen für eine "neue Übereinkunft zwischen Deutschland und Amerika": Die europäischen NATO-Staaten, allen voran Deutschland, sollen ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich erhöhen, damit sich die USA stärker dem indo-pazifischen Raum widmen können. Diese terroristische Stabilisierung soll der Befreiung der sich bewegenden Geschichte oder Natur dienen. Was man nicht sah und vor einigen Jahrzehnten wohl auch noch gar nicht sehen konnte, war, daß diese neuen, im 19.Jahrhundert geborenen Ideologien nicht nur, wie es den Anschein hatte, unverantwortliche Meinungen über die Wirklichkeit waren, die wie alle solche Meinungen gar nicht an Wahrheit, sondern an dem Beifall der Menge interessiert waren. II.6 „Vermassung“ des Menschen. Menschliche Kommunikation stirbt und wird durch ein eisernes Band ersetzt, dass alle Zwischenräume, genauer den Raum der Freiheit, zerdrückt, bis nur noch ein großes Ganzes, ein Mensch als eine Masse übrig ist. Ohne eine solche Übernahme gäbe es eine geschichtliche Kontinuität. Wenn du BedeutungOnline.de nützlich findest, dann nimm dir bitte eine Minute Zeit und gib mit einer Spende etwas zurück. Durch die Vermischung von uralten heilsgeschichtlichen Elementen und Verwissenschaftlichung und Massenbewegung als spezifisch moderne Motive kann man hier von einer Art „Religionsersatz“ sprechen[19]. An die Stelle der „Concluding Remarks“ tritt ein neues Kapitel „Ideologie und Terror. Der wichtige Essay über "Ideologie und Terror: eine neue Staatsform", wurde erst 1958 hinzugefügt. Das Wesen totalitärer Herrschaft in diesem Sinne ist der Terror, der aber nicht willkürlich und nicht nach den Regeln des Machthungers eines einzelnen (wie in der Tyrannis), sondern in Übereinstimmung mit außermenschlichen Prozessen und ihren natürlichen oder geschichtlichen Gesetzen vollzogen wird. Stellt man sich angesichts dieser neuesten Ereignisse auf den Boden spezifisch abendländischer Geschichte, so kann man sagen: Dies hätte nicht geschehen dürfen, und zwar in dem Sinn, in dem Kant meinte, daß während eines Krieges nichts geschehen dürfe, was einen späteren Frieden schlechthin unmöglich machen würde. Auf diesem Zwang beruht, diesen Zwang realisiert der totalitäre Terror, nicht indem er gerechte oder ungerechte positive Gesetze erläßt und anwendet, sondern indem er den Bewegungsprozeß dieser Kräfte vollstreckt im Sinne der Exekution. II.1. Zugleich bedrohen sie jene Solidarität von Menschen untereinander, welche die Voraussetzung dafür ist, daß wir es überhaupt wagen können, die Handlungen anderer zu beurteilen und abzuurteilen. Der innere Zwang des konsequent ideologischen Denkens sichert diesem Zwang seine Wirksamkeit, indem er die also isolierten Individuen in einen permanenten, jederzeit übersehbaren, weil konsequent logischen Prozeß hineinreißt, in welchem ihnen jene Ruhe niemals gegönnt ist, in der sie allein die Wirklichkeit einer erfahrbaren Welt begegnen können. Bis heute gibt es viele die an der marxistischen Ideologie festhalten, zudem sagt man dem Kommunismus hinterher, dass er hier und da seine Ecken und Kanten hat, aber an sich eine gute Staatsform ist. Hannah Arendt, die große politische Theoretikerin des 20. Alle Rechte vorbehalten. Anschließend an das erste Element totalitärer Ideologien, ist „...ideologisches Denken unabhängig von aller Erfahrung...“[16], auch wenn diese eben erst entstanden sein sollte. Auch wenn sich Ideologien, wie z. (Institut für Politikwissenschaft). Es soll versucht werden, „...das wesentlich Neue, das nämlich, was diese Herrschaft wirklich zu einer totalen Beherrschung macht, in den Blick zu bekommen.“[2] Das Hauptaugenmerk hierbei liegt auf dem Zusammenhang zwischen Ideologie und ihrer Rolle im Hinblick auf das Neue, die totale Herrschaft. Terror in diesem Sinne ist gleichsam das „Gesetz“, das nicht mehr übertreten werden kann. Der hier in kurzen Auszügen abgedruckte Abschnitt erschien erstmals im Juli 1953 in der 'Review of Politics‘. Hannah Arendt versucht aufzuzeigen, dass dieses „Neue“ „so wenig...aus seinen Elementen und Ursprüngen...zu erklären ist“[3], wie andere geschichtliche Ereignisse. Außerdem verfasste sie bedeutende Schriften unter anderem von Macht und Gewalt, vom tätigen Leben, über Revolutionen sowie über den Prozess von Adolf Eichmann. - Es dauert nur 5 Minuten Innerhalb solcher über die Menschheit verhängten Prozesse, in die alle eingefangen sind und an denen sie nichts ändern können, außer daß sie dazu bestellt scheinen, ihre Geschwindigkeit zu erhöhen, kann es nur Vollstrecker und Opfer der ihnen inhärenten Gesetze geben. Um eben diesen Essay soll es in der vorliegenden Arbeit gehen. Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955 auf Deutsch erschienen) ist das umfangreichste Buch der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und wird vielfach als ihr Hauptwerk bezeichnet. B. der Rassismus, mit biologischer Natur beschäftigt, wird auch dieses Prinzip nur im großen Zusammenhang der Geschichte gesehen.[15]. Sie haben ein Element der Bewegung von vornherein in sich, weil sie sich überhaupt nur mit dem sich Bewegenden befassen, also mit Geschichte im gewöhnlichen Sinn des Wortes. Die Serie rechtsterroristischer Anschläge in Kassel, Halle und Hanau innerhalb von neun Monaten hat deutlich gezeigt, dass Deutschland ein Sicherheitsproblem hat. Bei diesen Schlagwörtern würden die meisten sofort an Hitler und das 3. Die Ursprünge liegen in dem Niedergang und Zerfall des Nationalstaates und dem anarchischen Aufstieg der modernen Massengesellschaft; die Elemente, die in … Wie das eiserne Band des Terrors, der aus vielen Menschen einen Menschen machen will, verhindern muß, daß mit der Geburt eines jeden Menschen ein neuer Anfang in die Welt kommt, eine neue Welt anhebt, so soll der Selbstzwang der Logik verhüten, daß jemand irgendeinmal neu anfängt zu denken, also anstatt B und C zu sagen und so weiter bis zum Ende des mörderischen Alphabets, von sich aus A sagt. Arendt: Elemente und Ursprünge, letztes Kapitel „Ideologie und Terror: Eine neue Staatsform“, S. 724-752 und vgl. Die Konsequenz war das Bemühen um die Zuordnung einer »neuen Staatsform« (zuerst: Hannah Arendt, Ideolo- Es soll versucht werden, „...das wesentlich Neue, das nämlich, was diese Herrschaft wirklich zu einer totalen Beherrschung macht, in … Die Rolle der Ideologie in der totalen Herrschaft
wir sie als eine, wie ich glaube, neue ‚Staatsform‘ im Dritten Reich und in dem bol-schewistischen Regime kennengelernt haben. Die Idee der Ideologie ist weder das ewige Wesen vergänglicher Dinge noch die regulative Kraft der Vernunft, sie ist vielmehr ein Instrument, mit dessen Hilfe Prozesse und Ereignisse berechnet werden könnern Zu diesem Instrument wird die Idee durch die ihr innewohnende Logik, durch einen Prozeß, der aus der Idee selbst folgt und der unabhängig ist von allen äußeren Faktoren. Melde dich jetzt kostenfrei an. Diese Formulierung mag den Eindruck einer tiefgründigen Paradoxie hervorrufen. Hannah Arendts Kritik der Moderne, Frankfurt a. Für Hannah Arendt ist Ideologie eine „...bestimmte Art zu denken, eine Art, die sich jeglicher Auseinandersetzung mit der Welt verschließt...“[13] Sie ist vielmehr ein Instrument, um Prozesse und Ereignisse zu berechnen. Etwa bei Beckerath 1927 (als die Begrifflichkeit des „Totalitarismus“ noch kaum durchgesetzt war) über Gurian 1932, S. Neumann 1942 vor allem zu Hannah Arendt mit ihrem Untersuchungsschwerpunkt auf „Ideologie und Terror: Eine(r) neue Staatsform”, dem zentralen … Es stellt sich aber die Frage nach dem wesentlich Neuen, “...was diese Herrschaft wirklich zu einer totalen Beherrschung macht...“[8] und wie es zu den oben erwähnten Konsequenzen überhaupt kommen kann. Wir wissen aber genug von den immer noch vorläufigen Experimenten totaler Organisation, um zu erkennen, daß die durchaus mögliche Vervollkommnung dieses Apparats menschliches Handeln in dem uns bekannten Sinne abschaffen würde. Wenn man nun von einer gänzlich neuen Staatsform, was Hannah Arendt in ihrem Essay darzulegen versucht, ohne bisherige Parallelen ausgeht, gibt es verschiedene Indikatoren für den Faktor „neu“. Menschlich müssen wir weitgehend Verantwortung auch für das übernehmen, was Menschen ohne unser Wissen und Zutun irgendwo in der Welt verbrochen haben; sonst gäbe es keine Einheit des Menschengeschlechts. Der Terror vollstreckt die zwingend logischen Gesetze im Sinne der Ideologie. „Ein unüberbrückbarer Freund-Feind-Gegensatz“[17] ist das dritte Element totalitärer Ideologie. Der Terror ist nicht ein Mittel zu einem Zweck, sondern die ständig benötigte Exekution der Gesetze natürlicher oder geschichtlicher Prozesse. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg begann Arendt ein umfassendes Werk über die Ursprünge und Besonderheiten des Nationalsozialismus, 1948 und 1949 ergänzt um die des Stalinismus. An seine Stelle setzt sie etwas ganz und gar anders Geartetes, das mit dem menschlichen Willen zum Handeln nichts mehr zu tun hat, dafür aber seinem Bedürfnis nach Einsicht entgegenkommt und ihn lehrt, die Bewegungsgrenze zu verstehen, die der Terror vollstreckt und die angeblich vor Geschichte und Natur über eine ihnen ausgelieferte Menschheit ohnehin verhängt worden sind. ): Text+Kritik. Ein Staatsstreich rechtsgerichteter Teile der Armee gegen die gewählte linke Regierung löst… [13] Zit. Die Gaskammern des Dritten Reiches und die Konzentrationslager der Sowjetunion haben die Kontinuität abendländischer Geschichte unterbrochen, weil niemand im Ernst die Verantwortung für sie übernehmen kann. So wandte sie sich immer wieder aktuellen Themen zu und ließ ihre persönliche Theorie insofern einfließen, was Politik sei und wie sie funktionieren müsse. ..-..•,$ ... . Schon eine kleine Spende hilft BedeutungOnline weiter für dich zubetreiben und neue Artikel zu schreiben. Politische Philosophie. In diesem Licht erscheinen drei spezifisch totalitäre Elemente, die allem ideologischen Denken eigentümlich sind. Mit ihrer Abhandlung über Ideologie und Terror: eine neue Staatsform schließt Hannah Arendt ihre Analyse der Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft ab. So haben die totalitären Bewegungen auch den von ihnen übernommenen Ideologien, dem Kommunismus oder dem Rassismus, der Lehre vom Kampf der Klassen oder der Lehre vom Recht des Stärkeren, nicht einen einzigen neuen Gedanken, ja, nicht einmal ein einziges neues Propagandaschlagwort hinzugefügt. [9] Zit. Schwachmatismus – eine neue Ideologie. Ein Indikator für diese herkömmlichen Staatsformen sind menschliche Erfahrungen. Das Verlangen nach Einsicht in diesen Prozeß mobilisiert die totalitäre Herrschaft, um beide, Vollstrecker wie Opfer, auf diesen Prozeß vorzubereiten. Sofern Natur und Geschichte Kräfte sind, denen bis zu einem gewissen Grad Menschen immer unterworfen sind, haben sie den Charakter der Notwendigkeit; versucht man, auf sie einen politischen Körper zu gründen, so hat man nicht nur die menschliche Freiheit aus dem politischen Bereich ausgeschaltet, sondern direkt das von Natur oder Geschichte Gezwungenwerden zur Grundlage des gesamten Lebens gemacht. Hannah Arendt, Heft 166/167, München 2005, S. 114. Der Zwang des totalen Terrors, der Menschen in Massen zusammenpreßt und so den Raum der Freiheit zwischen ihnen vernichtet, und der Zwang des logischen Deduzierens, der jeden einzelnen auf den durch Terror organisierten Marsch präpariert und ihn in die gehörige Bewegung versetzt, gehören zusammen, entsprechen und bedürfen einander, um die totalitäre Bewegung ständig in Bewegung zu halten. Reich denken und nicht an den Kommunismus. - Jede Arbeit findet Leser, Friedrich-Schiller-Universität Jena Auf dem uralten Gebiet der Grausamkeit haben sich die totalitären Gewalthaber etwas Neues weder ausdenken können noch wollen; die fabrikmäßig betriebene Vernichtung von Menschen wird sogar mit einem Minimum an Grausamkeit ins Werk gesetzt. [18] Diese abstrakte Einteilung von Gut und Böse ist aber nur in der intellektuellen Denkwelt so vorzufinden. Entscheidend ist dabei, dass der totalitäre Terror nicht willkürlich ist, sondern klar ideologisch geprägt. Aufgrund dessen müssten minderwertige „Rassen“ vernichtet werden, um das deutsche Volk aufzuwerten. 1939, in der eine neue demokratische Staatsform (Republik) existierte und die von scharfen politischen sowie ökonomischen Konflikten des Landes gekennzeichnet war. Es ist der Heroismus der Kommunarden, die, indem sie 71 Tage lang in Paris die Macht in den Händen der proletarischen Massen hielten, der Menschheit eine neue Staatsform bekannt machten: die Diktatur des Proletariats. Um jedoch die „Masse“ propagandistisch auf diesen Freund-Feind-Gegensatz vorzubereiten, müssen Hass und Angstgefühle geschürt werden, die dann in Form von Gewalt planbar gemacht wird. Schulze-Wessel, Julia: Ideologie der Sachlichkeit. In der totalitären Bewegung spielt die Ideologie eine wichtige Rolle, ihnen können drei spezifisch totalitäre Elemente zugeordnet werden. Wenden Sie sich bitte an die Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de. Der Anspruch auf totale Welterklärung verspricht die totale Erklärung alles geschichtlich sich Ereignenden, und zwar totale Erklärung des Vergangenen, totales Sich-Auskennen im Gegenwärtigen und verläßliches Vorhersagen des Zukünftigen. Entstehung und Elemente der totalen Herrschaft
Die Tyrannei des zwangsläufigen Schlußfolgerns, die unser Verstand jederzeit über uns selbst loslassen kann, ist der innere Zwang, mit dem wir uns selbst in den äußeren Zwang des Terrors einschalten und uns an ihn gleichschalten. [11] Aber zuerst sollte man fragen,“...was sind die Hauptmerkmale von totalitären Ideologien und was unterscheidet ...die totalitäre Terrorpraxis...von früheren Formen des Terrors?“[12] Die Ideologien der totalitären Bewegungen sind gekennzeichnet durch ihren, Absolutheitsanspruch. bekannten Buches: »Ideologie und Terror: eine neue Staatsform«. Wir kenen keinen vollkommenen totalitären Herrschaftsapparat, denn er würde die Beherrschung der gesamten Erde voraussetzen. Im Verlauf der Geschichte und der politischen Philosophie sind schon sehr zeitig die Unterscheidungen der jeweiligen Staatsformen nach Aristoteles entwickelt worden. Der Begriff der Feindschaft wird durch den der Verschwörung ersetzt und damit eine politische Realität hergestellt, in der hinter jeder Erfahrung des Wirklichen wirklicher Feindschaft oder wirklicher Freundschaft - der Natur der Sache nach etwas anderes vermutet werden muß. Von Carl J. Friedrich .179 Für Fragen zu Rechten oder Genehmigungen wenden Sie sich bitte an lizenzen@taz.de, Ideologie und Terror: Eine neue Staatsform, Wissenschaft / Geisteswissenschaften / Sozialwissenschaften. 133 Totalitarismus, Despotie, Diktatur (1954). Die Todesstrafe wird absurd, wenn man es nicht mit Mördern zu tun hat, die wissen, was Mord ist, sondern mit Bevölkerungspolitikern, die den Millionenmord so organisieren, daß alle Beteiligten subjektiv unschuldig sind: die Ermordeten, weil sie sich nicht gegen das Regime vergangen haben, und die Mörder, weil sie keineswegs aus „mörderischen“ Motiven handelten. Jahrhunderts, ist vor allem berühmt durch ihre Analyse des Totalitarismus. Handeln würde sich als überflüssig erweisen im Zusammenleben der Menschen, wenn alle Menschen zu einem Menschen, alle Individuen zu Exemplaren der Gattung, alles Tun zu Beschleunigungsgriffen in der gesetzmäßigen Bewegungsapparatur der Geschichte oder der Natur und alle Taten zu Vollstreckungen der Todesurteile geworden sind, die Geschichte oder Natur ohnehin verhängt haben. Friedrich: Totalitäre Diktatur, S. 19. Mit genauen Blicken auf die Geschichte und vor allem auf den Menschen darin, entwickelte sie auch auf der Basis verschiedener philosophischer Theorien, wie zum Beispiel von Aristoteles, Immanuel Kant, Karl Jaspers, Martin Heidegger sowie Thomas Hobbes, John Locke und Montesquieu eine eigene Begriffswelt über die Politik. Aufsätze zur Ideologie und Herrschaftsstruktur der totalitären Diktaturen, Pfaffenweiler 1995, S. 160. Add an external link to your content for free. Begriffe wie Neoliberalismus und Verteidigung der Freiheit sind nichts weiter als Nebelkerzen zur Vertuschung einer Indiktrination, die zum Ziel hat, den Bürger zum Arbeitssklaven umzubilden. [21] Um diese Bewegung zu bewahren, müssen immer neue "objektive Gegner" des notwendigen Geschichts- bzw. Suche: Parteimitglied nach Ideologie Weltanschauungsgemeinschaften Weltanschauungsgemeinschaft Politische Partei nach Ideologie Anstalt des öffentlichen Rechts (Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft) Körperschaft des öffentlichen Rechts (Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft) Diskriminierung aufgrund von … Mit ihrer Abhandlung über Ideologie und Terror: eine neue Staatsform schließt Hannah Arendt ihre Analyse der Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft ab. [1] Hefti, Sebastian: Zwischen Welt Sprache. Ideologien in ihrem Anspruch auf totale Welterklärung haben es erstens an sich, nicht das, was ist, sondern nur das, was wird, was entsteht und vergeht, zu erklären. Der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit lag beim Spektrum extremistischer Doktrinen. Reich“ und das bolschewistische Regime) dar. Der Satz „Du sollst nicht töten“ versagt gegenüber einer Bevölkerungspolitik, die systematisch oder fabrikmäßig darangeht, die „lebensuntauglichen und minderwertigen Rassen und Individuen“ oder die „sterbenden Klassen“ zu vernichten, und dies nicht als einmalige Aktion, sondern offenbar in einem auf Permanenz berechneten und angelegten Verfahren. Pohlmann, Friedrich: Marxismus-Leninismus-Kommunismus-Faschismus. Hier versucht sie das Wesen totalitärer Herrschaften am Beispiel der Sowjetunion und des Nationalsozialismus zusammenzufassen. Verlieren sie im Prozeß dieser Entwicklung, in welcher sie selbst in die einmal losgelassene Bewegung erbarmungslos hineingezogen werden, auch zumeist den Glauben an die ursprüngliche ideologische Prämisse - die „klassenlose Gesellschaft“ oder die „Herrenrasse“ -, so bleibt ihnen doch wenigstens das Ganze in sich stimmige Netz von abstrakt logischen Deduktionen, Folgerungen und Schlüssen, um sie vor dem Schock des rein Tatsächlichen zu schützen. Aneinandergepreßt, aber auch gehalten von dem eisernen Band des Terrors, vorwärtsgetrieben, aber auch ständig aufrechterhalten von der nie versagenden Folgerichtigkeit eines ganz abstrakten logischen Räsonierens, bleiben ihnen in ihrem Marsch in die Zukunft alle Begegnung mit der wirklich daseienden Welt versagt, aber auch alle Erfahrungen eines menschlichen Lebens erspart - bis in die Erfahrung des eigenen Todes, wenn es schließlich an ihnen ist, die „Überflüssigen“ und „Schädlichen“ den Prozessen des Terrors zur Verfügung zu stellen. Melde dich jetzt kostenfrei an. [10], Die Ideologie ermöglicht dem totalitär werdenden Staat seine von der Geschichte für ihn vorgesehene Rolle wahrzunehmen. Die ideologische Schulung übernimmt hier eine Funktion des sechsten Sinns, da ja alle anderen fünf Sinne des Menschen durch Erfahrungsunabhängigkeit überflüssig sind. Arendt kommt am ihres Werkes zu dem Ergebnis, dass es sich bei der totalen Herrschaft um „eine neue, noch nie dagewesene Staatsform“ handelt, d.h., „dass sie auf einer menschlichen Erfahrung gegründet ist, die nie zuvor zur Grundlage menschlichen Miteinanderlebens gemacht worden ist, die politisch sozusagen noch niemals produktiv geworden ist“ (944). - Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN Friedrich: Totalitäre Diktatur, S. 19. ■ 1945 hatte Hannah Arendt mit der Niederschrift ihres Buches „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ begonnen. Totalitäre Herrschaft, deren Wesen der Terror ist und die daher auf ihn als ein furchteinflößendes Mittel der Beherrschung nicht mehr rechnen kann, rechnet überhaupt nicht mit handelnden Menschen und kann daher auch ein eigentliches Prinzip des Handelns, und sei es das Prinzip aus Furcht, gebrauchen. Der Emanzipation des Denkens von erfahrener und erfahrbarer Wirklichkeit dient auch die Propaganda der totalitären Bewegung, die immer darauf hinausläuft, jedem offenbar Geschehenen einen geheimen Sinn und jedem offenbaren politischen Handeln eine verschwörerische Absicht unterzulegen. Bedeutung der Ideologie und des Terrors in der totalen Herrschaft
Wir können es, weil uns gerade die spezifisch bösen Motive oder die spezifisch berechnete Zweckmäßigkeit der Handlung menschlich einsichtig ist. Hier versucht sie das Wesen totalitärer Herrschaften am Beispiel der Sowjetunion und des Nationalsozialismus zusammenzufassen. . Arendt bemüht sich also, den „Aberglaube an Kausalitätszusammenhänge“[4] anhand der Geschehnisse und Erfahrungen zu zeigen.